Molitorsmühle, Schweich
Interessantes Ausflugsziel: Die Molitorsmühle bei Schweich.
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Attraktives Ausflugsziel für groß und klein!
Wer kennt es nicht. das alte Lied: "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - Klipp Klapp". Die große Zeit der Mühlenromantik ist im Zeitalter industrieller Mehl- und Ölproduktion leider verloren gegangen aber in Schweich auf der Molitorsmühle lebt sie im Rahmen einer Besichtigung wieder auf, wenn die Mühle angeschaltet wird und der Holzboden unter den Füßen durch die Kraft der Maschinen vibriert Diese Vibration hielt dem Müller übrigens einen leidvollen Plagegeist vom Hals, der gern Häuser aufsucht, die vorwiegend aus Holz gebaut sind: den Holzwurm. Dieser mochte das leichte Beben im Holz während des Mahlens nicht und machte einen großen Bogen um die Mühlen.
In Schweich gab es nach dem Zweiten Weltkrieg noch sechs intakte Mühlen, die betrieben wurden Ihre Zahl schrumpfte infolge mangelnder Rentabilität und veränderter Käufernachfrage um fünf, so dass nur die traditionsreiche Molitorsmühle am Föhrenbach übrig blieb, aber auch sie sollte 1972 das Schicksal ihrer "Schwestern" teilen und stillgelegt werden. Doch zuerst wollen wir uns mit ihren und den Anfängen der Mühlen in Schweich beschäftigen. Bereits im Mittelalter gab es In Schweich eine Mühle Sie gehörte der Abtei Prüm. Zu Zeiten der Feudalherrschaft war es einem Müller nicht erlaubt einfach eine Mühle zu bauen, um mit ihr sein tägliches Brot zu verdienen. Mühlen gehörten grundsätzlich dem Grundherrn und konnten nur gepachtet werden. Nach der Auflösung des Kurstaates Trier ging die Schweicher Getreidemühle an die Gemeinde über und mit ihr das Recht Mühlen errichten zu dürfen. Erst im 19 Jahrhundert, als die Gewerbefreiheit eingeführt wurde, stand der Gemeinde dieses Privileg nicht mehr zu. Nach dem Wegfall dieses Sonderrechts wurden in den kommenden Jahrzehnten mehrere Mühlen in Schweich gebaut.
Zu ihnen gehört die Molitorsmühle. Sie wurde schon 1824 errichtet erhielt aber erst 1830 ihren heutigen Namen, als: sie in den Besitz von Johann Molitor kam. Ursprünglich war die Mühle als Loh-, Öl- und Schleifmühle eingerichtet, bis sie 1828 zu einer Mahl- und Schälmühle erweitert wurde. Unter diesen Begriffen kann sich ein Laie sicherlich nicht viel vorstellen Lobe ist ein pflanzlicher Gerbstoff den man aus zermahlener Rinde (besonders der Eiche) gewinnen kann ölreiche Samen wie Raps und Buchecker wurden in der Mühle gemahlen und zu Öl gepresst. Das Schleifen der Mühle erklärt sich aus dem Umstand, dass einer der beiden Erbauer der Mühle Wappenschmied war. Er nutzte die Wasserkraft, um Schleifsteine betreiben zu können. Unter Johann Molitor begann dann die Verarbeitung von Getreide zu Mehl. Die Mühle lief gut und wurde in den folgenden Jahren um einen Mahlgang und einen Ölschlag erweitert. 1870 übernahm Johann Molitor jun. von seinem Vater die Mühle und betrieb sie bis 1913. Dann ging sie auf seinen Sohn Nicolaus über, dieser verstarb leider schon 1938, und seine Witwe Anna führte die Mühle gemeinsam mit ihrer damals 19iährigen Tochter Hedwig fort. Es war sicherlich kein leichtes Unterfangen für zwei Frauen sich in dieser Männerdomäne durchzusetzen. Das Alleinmanagement der Frauen sollte bis nach dem Krieg andauern. Dann heiratete Hedwig einen Müllermeister aus dem Kreis Biberach (Baden-Württemberg) und übernahm mit ihm die Mühle. Ihr Mann, Anton Franz, war mit Leib und Seele Müller und hatte schon einige berufliche Erfahrung gesammelt, bevor er nach Schweich kam. Nach seiner dreijährigen Lehre war er als Geselle auf Wanderschaft gegangen und hatte 1938 Nürnberg die Meisterprüfung abgelegt. Im Landkreis Trier machte er sich mit seinem Engagement in der Müllerinnung verdient und wurde sogar deren Obermeister. Er war immer am Puls der Zeit, konnte aber leider nicht verhindern, das auch die Molitorsmühle in die roten Zahlen geriet. Der Verband der Müller versuchte zwar mit Subventionsprogrammen zur Schließung von Mühlen die Auftragslage der verbleibenden zu erhöhen, aber die Maßnahme griff nicht. Die Großmühlen dehnten ihr Einzugsgebiet immer weiter aus und konnten bessere Preise für das Getreide bieten als die kleinen privaten Familienbetriebe, so kam auch für die Molitorsmühle 1972 das Aus. Um sich vor weiteren Verlusten zu schützen, nahmen Hedwig und Anton Branz die Möglichkeit der Betriebsaufgabe im Rahmen des Mühlenstillegungsgesetzes an und gaben die Mühle auf. Sie sollte anschließend für über zwanzig Jahre in einen Dornröschenschlaf fallen. Nach dem Tod von Anton Branz ging die Mühle 1992 in den Besitz der Geschwister Branz über. Sie beschlossen die Mühle zu restaurieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen 1994 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Seit dem hat sich viel getan. Auf vier Etagen zeigt sich den Besuchern die wiederhergestellte Mühlentechnik und erzählt vom Müllerhandwerk vergangener Zeit. Während der Besichtigungszeiten von Ostern bis Ende Oktober jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr finden sachkundige Führungen statt, die immer mit der imposanten Inbetriebnahme der Mühle enden. Ganzjährig können jederzeit für Gruppen ab 10 Personen Führungen telefonisch vereinbart werden. Die meisten Besucher werden erstaunt sein, wenn sie erfahren, wie aufwendig der Werdegang eines Getreidekorns zum Mehl ist. Oder wussten Sie, dass Getreide zum Beispiel erst gemahlen werden kann, wenn es einen Feuchtigkeitsgehalt von 15,5% nicht überschreitet ? Der erste Weg des Korns geht in der Mühle über die Getreidegosse. Ein Drahtrost hält größere Fremdkörper wie Strohhalme zurück. Im nächsten Stück sortieren ein Magnet metallische Gegenstände wie Nägel und Eisenspänchen aus. Dann wird das Korn im Aspirateur entstaubt und durch Siebe mit verschiedenen Schlitzweiten von Unreinheiten wie Sand und Distelköpfen befreit. Weiter geht s in den Trieur, eine Trommel mit kleinen, runden Vertiefungen, die Unkrautsamen aussortiert In der Schälmaschine werden Keimlinge, Bärtchen und die Oberhaut abgerieben, die Bürstmaschine entfernt lose Teilchen. Das Getreide sieht nun aus wie poliert. Nach diesen ersten Reinigungsschritten sind von 50 Zentnern Körnern etwa 2,4 Zentner verlorengegangen. Sie werden als Futterprodukte, zum Beispiel für Hühner verwandt. Jetzt geht das Mahlen los. Zuerst wird das Korn auf dem Brechstuhl gequetscht. Dann erfolgt die Trennung vom Mehlkörper und der Schale auf dem ersten Walzenstuhl. Aus dem Korn wird Schrot. In verschiedenen weiteren Arbeitsprozessen werden die Schalen des Korns als Kleie aussortiert, das Mehl kommt zum Mischen in die Mischehe, und der Grieß wird zur weiteren Vermählung zum Grießstuhl geführt. Der Mahlprozess geht weiter bis aus den 50 Zentnern Korngut, die man am Anfang hatte, etwa 40 Zentner Mehl gewonnen sind. Das ist der Weg vom Korn zum Mehl in der kürzest-möglichen Beschreibung. Viel detaillierter, farbiger und realistischer erfährt und erlebt man ihn während einer Besichtigung auf der Monitors-Mühle in Schweich. Sie finden sie schon nach 100 Metern neben der Autobahnab- bzw. auffahrt der A1. Der Weg ist über den Mitfahrerparkplatz neben dem Hotel Leinenhof ausgeschildert. Bei Fragen können Sie sich direkt an die Geschwister Branz wenden.
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